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Beat Bösiger

Gelernter Steinbildhauer.

Selbstständiger Künstler seit 1980.

Ausstellungen im In-und Ausland.

Wohnort Zürich.

Atelier Urdorf bei Zürich.

Doch Beat Bösiger vollendet bewusst nur einen Teil. Die Kugel rollt nicht davon. Im Gegenteil, sie bleibt verhaftet im Ungehauenen. An ihren Rändern stösst sie an den Urzustand, als wäre es ein harter Kampf, geboren zu werden, als dürfte ein Ende und damit Entfernung nicht sein.

Die Aussage ist direkt und geheimnisvoll zugleich: Diese in sich verhaftete Gegensätzlichkeit von Unbehauenem und vollendeter Form ist das eigentliche Thema in BösigersWerk. Für ihn ist - er sagt es selbst - die Kugel die weitestentfernte Form oder besser: der weitestentfernte Zustand vom Chaos, insbesondere wenn die Kugel noch von Steinhauerhand poliert ist. Sie versinnbildlicht also in einer sehr offenen, unbestimmten Art vollständige Harmonie. Und sie ist doch wiederum in sich selbst gegensätzlich, indem sie gleichzeitig einfangen, aber auch abstossen kann.

Diese symbolstarke Gegensätzlichkeit hat eine fast mystische Faszination. Eine Kunst der harten Kontraste also? Sicher. Aber auch noch mehr: In der Kunst versucht und gelingt Bösiger, was im Leben Mühe macht -die Versöhnung von Gegensätzen. Die künstlerische Konzeption für die Gestaltung der Kugelskulpturen - so verschieden und einmalig jede ist - zielt immer auf die Versöhnung von Chaos und Harmonie. Die Arbeiten vermitteln eine sehr menschliche Ästhetik, die mehr aus dem Bauch geboren als aus dem Kopf konstruiert ist. Und in ihrer sinnbildlichen Kraft sind sie damit auch sehr sinnlich. Oder anders gesagt: Bösiger orientiert sich nicht an Themen, die von aussen an ihn herantreten, er verarbeitet nicht Gegenständliches aus der Aussenwelt, sondern schöpft ganz aus seinen Stimmungen - von Ängsten und Unsicherheiten bis zu Hochgefühlen und positiver Kraft. Chaos und Harmonie, die Versöhnung von Gegensätzen – dieses erstaunliche Aktualität in Bösigers plastischen Arbeiten entdecken. Denn in den neusten universellen Denkmodellen und physikalischen «Welterklärungern» spielt die noch junge Chaostheorie eine immer bedeutendere Rolle und revolutioniert dabei tradierte Vorstellungen. Die Chaostheorie besagt im Wesentlichen, dass die Schöpfung nicht determiniert ist, dass die Welt nicht aus einem Urknall entstanden ist und von da ab vorbestimmt, damit zwanghaft, regelhaft und zeitgebunden abläuft, sondern dass die Schöpfung in sich selbst immer wieder schöpferisch ist, was zwang hafte Vorbestimmtheit und Regelhaftigkeit ausschliesst - eben das schöpferische Chaos. Der Mensch, darin eingebunden, sucht existentiell die Harmonie. Und der kreative Künstler tut dies wohl am sensibelsten.

 

Beat

 

Bei der Arbeit

 

Beat im Staub